Amazon hat einen Vertrag mit Astro-TV oder aber mit der Headline Publishing Group. Wie ist es sonst möglich, dass amazon.de das exakte Datum für das Erscheinen eines, nein, gleich zweier Neil Gaiman-Romane weiß?

Amazon hat einen Vertrag mit Astro-TV oder aber mit der Headline Publishing Group. Wie ist es sonst möglich, dass amazon.de das exakte Datum für das Erscheinen eines, nein, gleich zweier Neil Gaiman-Romane weiß?

Veröffentlicht in Kurioses
„In every bit of honest writing in the world there is a base theme. Try to understand men, if you understand each other you will be kind to each other. Knowing a man well never leads to hate and nearly always leads to love. There are shorter means, many of them. There is writing promoting social change, writing punishing injustice, writing in celebration of heroism, but always that base theme. Try to understand each other.“
– John Steinbeck, Tagebucheintrag 1938
Veröffentlicht in Zitate
OT: Of Mice and Men
Genre: Novella
Erscheinungsdatum: 1937, Covici Friede
Übersetzung: Mirjam Pressler
Erscheinungsjahr: 2001
Verlag: K.G.Saur-Verlag im Paul Zsolnay-Verlag
~*~*~*~*~*~*~*~*~
Anlässlich der Banned Books Week (26.9.-5.10.2009) wurde dieses Buch als eines der „Most Challenged Books of 21st Century“[1] gelesen.
~*~*~*~*~*~*~*~*~
„The Great Depression“ von engel68Historischer Hintergrund
Der „schwarze Donnerstag“ – der 24.Oktober 1929 – markiert nicht nur den Beginn der Weltwirtschaftskrise, viel mehr ist hier der Startschuss für mehrere Negativentwicklungen der Wirtschafts- und Sozialgeschichte zu suchen. Vor allem Kleinanleger verloren so binnen weniger Stunden ihr gesamtes Vermögen, die vorausgehende „Hurra-Stimmung“[2] (Sogar einer der bekanntesten Makroökonomen wie der, zu dieser Zeit an der University of Chicago, lehrende Rüdiger Dornbusch formulierte der positiven Grundstimmung entsprechende Sachverhalte, u.a.: „Der jetzige Aufschwung wird für immer andauern. Wir wollen keine Rezession, wir brauchen keine, und weil wir die Instrumente haben, diesen Aufschwung fortzusetzen, werden wir auch keine bekommen.“[3]) entwich einer „großen Depression“. 25% aller Amerikaner waren im Jahr 1932 arbeitslos gemeldet, was einer Zahl von 15 Mio. Menschen entspricht, der Durchschnittslohn sank um 60%, in der Landwirtschaft um 50% und viele Menschen waren gezwungen sich in eher limitierte, prekäre Arbeitsverhältnisse zu begeben[4], Saison- und Wanderarbeiter prägten das Bild, trotz schlechter Versorgungs- und Lebensverhältnisse.
Eindrücke und Beobachtungen
Susan Shillinglaw bezeichnet als die größste Stärke des amerikanischen Autors sein Gespür, seine Empathie die Probleme ‘einfacher Leute’ zu erkennen und ihre Ängste, Sorgen, Nöte und Wünsche zu teilen bzw. diese gekonnt zu verschriftlichen:
„Steinbeck’s greatness as a writer lies in his empathy for common people – their loneliness, joy, anger, and strengh, their connection to places, and their craving for land. […] … and they are sustained by the author’s awareness of the genuine loneliness and tragedy of dispossessed Americans.“[5]
Die Fähigkeit Handlungsabläufe zu verbinden, Charaktere auszuarbeiten mithilfe einfacher, beinahe nur in Arbeiterslang gehaltener Sprache, gelingt Steinbeck. Diese nicht konstruierte, nicht gestelzte, schnörkellose und direkte, dem Jargon von Wanderarbeitern angepasste, eher umgangssprachliche Ausdrucksweise verleiht dem Werk ein hohes Maß an Authentizität und Glaubwürdigkeit.
Steinbecks wichtigste Technik ist hierbei die Vereinfachung durch Dramatisierung. Im April 1936 schreibt er an einen Agenten: „The work I am doing now […] is neither a novel nor a play but it is a kind of playable novel. Written in novel form but so scened that it can be played as it stands.“[6]
Der Aufbau wird von Steinbeck selbst als stringent, zirkulär, szenisch und episodenhaft geschildert, ein roter Faden zieht sich durch die Handlung, durch Andeutungen wird ab der ersten Seite ein tragischer Ausgang des Geschehens vorausgesagt: „Ich glaube, ich hab’s von Anfang an gewusst. Ich glaub, ich hab gewusst, dass wir es nie schaffen.“[7]; auch die ständigen Warnungen von George an Lennie sich nicht auf „Raufereien“ („Hör zu, Lennie. Du versuchst ihm aus dem Weg zu gehen, ja? Sprich nicht mal mit ihm. Wenn er hier reinkommt, gehst du gleich auf die andere Seite vom Raum. Wirst du das tun, Lennie?“[8]) einzulassen bzw. das Verabreden eines Treffpunktes, falls Lennie „in Schwierigkeiten kommt“[9], sind deutliche Symptome dafür, dass der Weg, den beide Figuren so beherzt und voller Elan befolgen (den „American Dream“) sie in eine Sackgasse führen wird.
Kritisch betrachte ich dabei die vereinfachte Charakterisierung der Hauptfiguren durch den Autor. Meiner Auffassung nach ist diese stark simplifiziert und eindimensional, die Charaktere sind mehr Schablonen, mehr Teil einer schematischen Struktur in dieser Novelle; für Steinbeck im Zentrum steht die Gruppe der Außenseiter – isoliert und ausgegrenzt, aufgrund der Hautfarbe (Crooks), der körperlichen Verfassung (Crooks, Candy), des Alters (Candy), des Geisteszustandes (Lennie), des Geschlechtes (Curleys namenlose Frau). Deutlich wird deren Position innerhalb der Farmgesellschaft beim Zutreffen aller vier Charaktere in Crooks Stube. Sowohl Crooks als auch Candy, Lennie und Curleys Frau wurden von dem gemeinsamen Treffen nach Feierabend ausgeschlossen, sie als Einzige versprachlicht dabei die Gründe: „Alle Schwachen haben sie hier gelassen. […] Ich stehe hier rum und rede mit einen Haufen von Tölpel, mit einem Nigger, einem Blödmann und einem lausigen alten Schaf…“[10]. Meiner Ansicht nach, ist das eine Banalisierung und Verflachung der Lebensumstände aller Figuren, es besteht kein Interesse die Gründe dafür zu hinterfragen, es besteht auch nicht die Möglichkeit für den Leser selbst die Figuren nach ihrer Position zu beurteilen, vielleicht auch durch einen stärkeren Kontrast auch zu einer alternativen Einschätzung zu kommen. Der Autor hat nur eine Möglichkeit der Interpretation gegeben und lässt dem Leser so keinen Spielraum für eigene Gedanken und Vorstellungen.
Eine intensive emotionale Verbindung kann der Leser zu Lennie und George aufbauen, sie zeigen sich im Laufe der Handlung sehr ambivalent, die einzige Konstante bleibt ihre Freundschaft zueinander. Lennie erscheint dem Leser als groß, mächtig und stark, dabei aber sehr tollpatschig, unkontrolliert und hilflos. Ob ihm die notwendige Bildung und Erziehung fehlt bzw. eine geistige Behinderung vorliegt, ist nicht erkennbar und gehört auch nicht in den Bereich des notwendigen Wissens. Diese Figur neigt nicht nur zur Gewalttätigkeit und geht Konflikten aus dem Weg, so sagt George am Ende: „Lennie hat es nicht aus Bosheit getan. […] Er hat dauernd was schlimmes angestellt, aber nie aus Bosheit.“[11] Er erscheint als sehr hilfloser Charakter, der sich nicht wehrt, eher zur Unterwürfigkeit neigt und mehr Befehlsempfänger denn eigenständig handelnde Person ist. George dagegen wirkt sehr harsch, sehr bestimmend und dominant in der Beziehung, erweckt dabei allerdings fast immer den Eindruck, dies nicht aus selbstsüchtigen Zielen heraus zu tun, sondern mehr aus Zuneigung und zum Schutz von Lennie. Er stößt oft Drohgebärden aus, schüchtert seinen Freund ein, ängstigt ihn mit der Vorstellung ihn allein zu lassen: „Mein Gott, mit dir hat man schon seine Last. […] Ich könnte es so leicht und schön haben, wenn ich dich nicht am Hals hätte. Ich könnte bequem leben und vielleicht ein Mädchen haben.“[12] Lennie reagiert fast kindlich, trotzig: „George, willst du, dass ich weggeh und dich allein lass? […] Wenn du mich nicht mehr haben willst, kann ich zu den Hügeln gehen und mir ‘ne Höhle suchen. Ich kann jederzeit fortgehen.“[13] Ob Lennie sich der Wichtigkeit bewusst ist, die er für George darstellt, ob ihm bekannt ist, dass Lennie der einzige Freund ist, der einzige Ausweg aus der, durch die Position ergebenden, Einsamkeit zu entfliehen? Möglich, viel wichtiger erscheint aber der sie verbindende Traum einer gemeinsamen Farm mit Tieren, vor allem Kaninchen, einem Feld voller Luzernen, ein sesshaftes, ruhiges, eigenes Leben also. Sie verbindet eine tiefe Freundschaft, Crooks verdeutlicht es mit den Worten: „Du hast George. Du WEIßT, dass der wiederkommen wird.“[14] und die beiden wiederholen immer wieder ihr Motto:
„Sie haben niemand auf der Welt, der sich auch nur einen Deut um sie kümmert….“
„Aber uns kann das nicht passieren.“, rief Lennie glücklich. […]
„Aber uns nicht.“, sagte er dann.
„Weil…“, sagte Lennie.
„Weil, ich hab dich…“
„Und ich hab dich.“, rief Lennie triumphierend. „Wir haben uns gegenseitig und das ist verdammt gut so.“[15]
So schließt sich der Kreis; die Geschichte beginnt am Flussufer des Salinas, wo sie das Motto zuerst erwähnen, und endet dort auch wieder. Mich als Leser lässt das sehr traurig zurück mit einem starken, melancholischem Gefühl. Man wünscht sich einen positiven Ausgang für die beiden Figuren, man wünscht ihnen, dass sie nicht am „American Way of Life“ zerbrechen und wie viele andere ihr Ziel nicht erreichen. Crooks hat dazu auch etwas gesagt:
„Ich habe Hunderte von Männern gesehn, die von der Landstraße auf die Farmen gekommen sind, mit ihrem Bündel auf dem Rücken und denselben verdammten Ideen im Kopf. Hunderte sage ich dir. Sie kommen und sie gehen und ziehen weiter und jeder verdammte Kerl von ihnen hat ein Stück Land im Kopf. Und verdammt keiner erreicht es je. Es ist wie mit dem Himmel. Jeder wünscht sich ein kleines Stückchen Land. […] Es kommt keiner in den Himmel und keiner bekommt ein Stück Land.“[16]
Für mich bleibt nach wie vor eine Botschaft die wichtigste in der Novelle, formuliert von Slim (In dem sich im übrigen wieder nur positive Eigenschaften vereinigen. Steinbeck mag für ihn kein Negativattribut finden; er wirkt damit wie ein Übermensch, ein Charakter an den niemand anderes heran kommen kann.): „Es gibt nicht viele Männer, die zusammen rumziehen. […] Ich weiß nicht warum, Vielleicht hat in dieser ganzen verdammten Welt jeder Angst vor dem anderen.“[17]
Fazit
Die Novelle beginnt mit einer wunderschönen Landschaftsbeschreibung der Umgebung, rund um den Salinas River, atmosphärisch sehr dicht, sehr melancholisch, beinahe ein wenig pathetisch. Die beiden Hauptfiguren treten in diese Landschaft, man baut eine Beziehung zu ihnen auf, ihre Beziehung wird ambivalent und sehr detailliert geschildert. Die Charakterisierung der anderen Figuren wirkt dagegen nur schematisch, schablonenhaft, teilweise sehr eindimensional und einseitig. Sie wirken wie Spielfiguren, die dazu da sind, den strikten, sehr stringenten Aufbau voranzutreiben. „Of Mice and Men“ ist flüssig lesbar aufgrund seiner umgangsprachlichen, dem Milieu angepassten Stilistik. Die Lektüre erweist sich als kurzweilig, viele, auch historische Probleme werden angesprochen, aber nicht vertieft, um dem Leser die Möglichkeit zu bieten sich entweder noch selbst damit zu beschäftigen oder aber sich einfach auf die Rahmengeschichte zu konzentrieren. Das Buch weiß zu gefallen, noch lange nach der Lektüre lässt es einen nicht los, man wird vom Autor fast nachdenklich zurück gelassen. Ein gutes Buch.
Gegenpositionen
Bonaventura – Lektüren eines Nachtwächters
Mein Bücherreich – Lesenswertes aus meinem Leben mit Büchern
Millas Welt
Literaturschock
Buechereule – Rezensionen|| Buechereule – Leserunde
~*~
[1] „Banned Books Week (BBW) is an annual event celebrating the freedom to read and the importance of the First Amendment. Held during the last week of September, Banned Books Week highlights the benefits of free and open access to information while drawing attention to the harms of censorship by spotlighting actual or attempted bannings of books across the United States.“ (American Library Association)
[2] Krise. Wirtschaft. Freiheit (Teil III): America´s Great Depression – Die wahren Gründe für den Crash von 1929, Gregor Hochreiter, Institut für Wertewirtschaft, Wien, November 2006 (Onlineressource)
[3] Ebenda
[4] Wikipedia
[5] Of Mice and Men. With an introduction of Susan Shillinglaw, John Steinbeck, Penguin Books, 1994, New York, S.7f
[6] Of Mice and Men, Steinbeck, 1994, S.15f
[7] Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, K.G.Saur-Verlag im Paul Zsolnay-Verlag, Wien, 2001, S.142
[8] Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, S. 46
[9] Ebenda
[10] Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, S.116ff
[11] Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, S.143
[12] Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, S.13
[13] Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, S.21f
[14] Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, S.110
[15] Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, S.156
[16] Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, S.112
[17] Von Mäusen und Menschen, John Steinbeck, S.54
Veröffentlicht in Rezensionen
Ich habe die Tage mein Budget für diesen Monat einmal mehr genutzt, Jokers zu besuchen und mir ein paar Bücher zu bestellen…
~*~*~

Amanda Eyre Ward – Winterschwestern
„Lebt Ellie noch? Oder wurde die Kleine vor fünfzehn Jahren Opfer eines schrecklichen Verbrechens? Während die Mutter noch immer hofft, sind ihre Töchter sich uneins. Madeline will endlich mit der Vergangenheit abschließen, aber Caroline macht sich auf eine gefährliche Suche – ohne zu ahnen, dass nicht weit von ihnen eine junge Frau verzweifelt versucht, das Geheimnis ihrer Herkunft zu lösen …“ (btb)
Auf meiner Wunschliste stand Amanda Eyre Wards Roman „Die Träumenden“ und ich habe beim Einkauf unabsichtlich beide Bücher miteinander verwechselt… Zufall? Vielleicht war es auch eine Nachricht aus dem Universum sich zuerst mit diesem Roman zu beschäftigen? Diese naive Antwort soll natürlich nur darüber hinwegtäuschen, dass ich unsicher bin, ob dieses Buch mir inhaltlich zusagen wird. Aber wer weiß, vielleicht überrascht es mich ja, und zumindest kann ich den Schreibstil der Autorin antesten.

Imre Kertész – Liquidation
„Für den Verlagslektor Keserű wird zehn Jahre nach der Wende das „Liquidation“ betitelte Theaterstück, das er aus dem Nachlass seines Freundes B. gerettet hat, zum Gegenstand obsessiver Erinnerungsarbeit. B., in Auschwitz geboren, hat sich 1990 überraschend umgebracht, in seinem Stück jedoch gespenstisch genau die Situation vorweggenommen, die die Hinterbliebenen dann in der Realität erleben sollten: Verwirrung, private Zerwürfnisse, Schlammschlachten aller Art. Umso verzweifelter, als hinge der eigene Lebenssinn davon ab, fahndet Keserű nach dem „großen Lebensroman“ B.’s, den er im Nachlass zu finden gehofft hat…“ (Rowohlt)
Imre Kertészs Romane interessieren mich nicht zuletzt daher, weil er im Jahr 2002 mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Bei diesem Buch reizte mich der Klappentext, der mich entfernt an Thomas Bernhards „Heldenplatz“ erinnert.

Salem Alafenisch – Der Weihrauchhändler
„Salem lernt die schöne Soraya bei der Getreideernte kennen. Sie tauschen Blicke, Botschaften und Geschenke und treffen sich heimlich am Brunnen. Doch nach der Ernte kommt der Abschied und die lange Zeit der Trennung. Es tritt ein, was Salem befürchtet hat: Nach zwei Jahren ohne Regen verbrennt die Sonne die Felder, das Wasser in den Brunnen wird knapp, und noch immer gibt es keine Ernte. Die Dürre trennt Salem von seiner Geliebten, und das Feuer der Liebe verzehrt ihn! Seine Sehnsucht ist größer als die der Erde nach Regen: Er füllt die Satteltaschen seines Esels mit Weihrauch und zieht von Feldlager zu Feldlager, um Soraya zu finden. Salim Alafenisch erzählt hier eine Geschichte von der Kraft der Liebe, die sogar über den Zyklus der Natur triumphiert.“ (Unions-Verlag)
Ich habe im Frühjahr dieses Jahres einen Prospekt des Unions-Verlages durchstöbert und dabei sind zahlreiche Titel auf meiner Wunschliste gelandet, u.a. auch dieses.

Louise Erdrich – Von Büchern und Inseln
„Vor tausend Jahren erzählte sich das Volk der Ojibwe Geschichten und hielt sie in Felsmalereien für die Nachkommen fest. Diese Tradition führt die Schriftstellerin Louise Erdrich in ihren Werken fort. Auf der Suche nach dem Geist ihrer Vorfahren reist die Autorin in das Land ihrer indianischen Großmutter. Zusammen mit ihrer kleinen Tochter entdeckt sie Ojibwe Country im Grenzgebiet zwischen Kanada und den USA mit seinen inselgesprenkelten Seen, seiner unberührten Natur und seiner magischen Bücherinsel.“ (buecher.de)
Reiseberichte bzw. Reisebeschreibungen habe ich bisher kaum als literarisches Genre wahrgenommen und da Jokers eine kleine Auswahl davon hatte und auch von der Autorin ein weiteres Buch auf meiner Wunschliste steht („Der Klang der Trommel“, 2009), habe ich mich entschieden eine Stilprobe vorzunehmen.

Jonathan Stroud – Die Eisfestung
„Eigentlich wissen Emily und Simon so gut wie nichts über Marcus. Es war Zufall, dass sie einander auf dem gesperrten Burggelände begegnen und dort gemeinsam übernachteten. Doch Marcus verwandelt die Burg in eine Festung. Emily und Simon sind bei ihm, als er schwört, nie mehr nach Hause zurückzugehen. Währenddessen rücken sie draußen vor: zunächst nur Marcus’ Vater, dann der Burgwächter, Polizei, eine Sozialarbeiterin, Feuerwehr mit Gerät – die Belagerer, der FEIND, der Markus herausholen will! Was als übermütiges Spiel begann, schlägt langsam um in einen Albtraum.“ (cbt)
Das Buch stand auf meiner Wunschliste, so wie einige andere von Jonathan Stroud; zudem denke ich, passt dieses Buch gut und gerne in die Kategorie der leichten Lektüre, auf der ich immer auf der Suche bin.

Tatiana de Rosnay – Sarahs Schlüssel
„Julia, eine amerikanische Journalistin, die mit ihrem französischen Mann in Paris lebt, entdeckt, dass die Familie ihres Mannes jahrzehntelang in einer Wohnung gelebt hat, die vor 1942 Juden gehörte. Schockiert über die Gleichgültigkeit ihrer Verwandten gegenüber diesem dunklen Kapitel der französischen Geschichte, begibt sie sich auf die Suche nach der jüdischen Familie — ohne zu ahnen, dass dies ihr Leben radikal verändern wird.
Sarah, ein zehnjähriges jüdisches Mädchen aus Paris, wird im Sommer 1942 zusammen mit ihren Eltern von der französischen Polizei deportiert — zunächst in das Radstadion »Vél d’Hiv«, dann in ein Lager außerhalb der Stadt, wo sie von ihren Eltern getrennt wird. Nach Tagen der Angst gelingt Sarah die Flucht. Sie ist getrieben von dem Wunsch, ihren kleinen Bruder zu retten, den sie zu Hause in einem Wandschrank versteckt hat. Den Schlüssel dazu hält sie in der Hand…“ (Berliner Taschenbuch-Verlag)
In unterschiedlichen Foren beworben, oft sehr positiv rezensiert, wanderte das Buch auf die Wunschliste… und jetzt in den Warenkorb.

Stéphane Bruchfeld, Paul A. Levine – „Erzählt es euren Kindern…“. Der Holocaust in Europa
„Im Mittelpunkt stehen die Schicksale Einzelner. Zu ihren Erinnerungen, zu Fotos und Dokumenten treten Stimmen von Zuschauern und Tätern. Entstanden ist eine aufrüttelnde Dokumentation der Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung von Juden, Sinti, Roma, Homosexuellen und Behinderten.“ (cbt)
Ein Wink zu Holly – Lektüre für die angehende Geschichtslehrerin… ;=)

Hans Sarkowicz – ‘Als der Krieg zu Ende war …’
„Prominente Zeitgenossen erinnern sich an den 8. Mai 1945 und die letzten Tage des ZweitenWeltkriegs. Wie haben sie das Kriegsende erlebt, als Befreiung, als Erlösung, als Niederlage?
Mit Beiträgen von Ignatz Bubis, Ralph Giordano,Walter Jens, Siegfried Unseld u. v. a“ (Suhrkamp)
Ein Wink zu Holly²…

Horst Meier – Verbot der NPD oder Mit Rechtsradikalen leben?
„Im Frühjahr 2002 wird das Bundesverfassungsgericht die Anträge von Bundesregierung, Bundesrat und Bundestag prüfen, ob ein Verbot der NPD geboten ist. Muß man mit Nationaldemokraten leben, muß man sich NPD-Aufzüge gefallen lassen, soll die antisemitische Hetze eines Horst Mahler im Internet geduldet werden?
Der Band enthält abwägende und kritische Beiträge von prominenten Verfassungsrechtlern, Historikern und Sozialwissenschaftlern zu dieser Frage, die in pointierten Beiträgen einer breiteren, interessierten Öffentlichkeit zur Diskussion vorgelegt wird.“ (Suhrkamp)
Ein Wink zu Holly³…
Veröffentlicht in SUB
Im letzten Semester habe ich eine Lehrveranstaltung mit dem Titel „Kolloquium Kultur und Konflikt“ besucht; um die LV abzuschließen gilt es sowohl ein Essay („Sind die Menschenrechte universell gültig oder sind sie ein Spezifik der westlichen Zivilisation?“) als auch zwei Rezensionen zu schreiben, wofür ich die folgenden Bücher gestern bestellt habe.
Außerdem: „Little Children“ von Tom Perrotta wanderte dabei, weil es Restexemplar günstig vorhanden und mich die 2006 angelaufene Verfilmung mit Kate Winslet, Patrick Wilson und Jennifer Connelly schon interessiert hat, auch in den Warenkorb. Zudem erinnert mich das Thema an Romane wie „Easter Parade“ oder „Zeiten des Aufruhr“ von Richard Yates…
Arbeit…

„Ohne darüber nachgedacht zu haben, ist Deutschland zu einem Einwandererland geworden. Mit den Menschen kam auch eine neue Religion: der Islam. In seinem neuen Buch erzählt der Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani auf sehr persönliche Weise von seinem Leben als Kind iranischer Eltern in Deutschland und berichtet von seinen Erfahrungen als Mitglied der Deutschen Islam-Konferenz. Dabei erweist er sich einmal mehr als genauer Beobachter, scharfer Analytiker und mitreißender Erzähler.“ (C.H.Beck-Verlag)

„Warum bekriegen sich seit jeher Menschen im Namen der Rasse, der Religion oder der Herkunft?
Amin Maalouf, in Frankreich lebender Essayist und preisgekrönter Romancier, geht dieser Frage auf historisch fundierte Weise auf den Grund. Ein engagiertes Plädoyer gegen Rassismus, Fundamentalismus und Segregation.“ (Suhrkamp)
Und als Zusatzinformation noch dieses Buch:

„Welch ein Glücksfall: Innenminister Schäuble ruft den Dialog mit den deutschen Muslimen aus. Hier ist ein Buch, das den Weg weist. Während auf der Ebene der Politik sich allmählich die Einsicht durchzusetzen beginnt, daß Deutschland ein Einwanderungsland ist, steht in der öffentlichen Wahrnehmung ein vergleichbarer Bewußtseinswandel aus.
Beck-Gernsheims Buch handelt von der Folklore des Halbwissens, das in Medien und Alltag über Migranten und ethnische Minderheiten kursiert.“ (Suhrkamp)
… und Streben.

„Durch die Geburt ihrer Tochter ist Sarah, früher eine engagierte Feministin, in genau dem Leben gelandet, dem sie immer entkommen wollte: Als Hausfrau verbringt sie ihre Tage auf dem Spielplatz. Ihre Ehe existiert nur noch auf dem Papier, denn Ehemann Richard ist der Computer viel wichtiger als das Zusammensein mit Frau und Kind. Da lernt Sarah – auf dem Spielplatz, wo sonst? – den Hausmann Todd kennen, der genauso frustriert ist wie sie. Ihre Affäre wird für Sarah und Todd zur tröstlichen Zuflucht vor der Langeweile des Erziehungsalltags. Doch sie ist auch der Sprengstoff, der das falsche Idyll auseinander brechen lässt.“ (Amazon)
Veröffentlicht in SUB
Ich bin Lehramtskandidatin und suche für das Fach Deutsch gute Kinder- und Jugendbuchliteratur. Morton Rhues „Die Welle“ (OT: The Wave) habe ich gelesen, genauso wie „Ich knall euch ab“ (OT: Give a Boy a Gun), allerdings ist das einige Jahre her. Meine Mutter hat mir nun, damit ich mich gut in das Buch einarbeiten kann, noch die Ravenburger Materialien bzw. die Literaturkartei aus dem Verlag an der Ruhr dazu bestellt.
Auf „Meeresrand“ (OT: Bord de mer) von Véronique Olmi hat mich Eva aufmerksam gemacht – Die Inhaltsangabe klang interessant, die Rezensionen dazu positiv; zudem erinnerte mich die Novelle inhaltlich an Michael Kumpfmüllers „Durst“, was noch auf meinem Stapel ungelesener Bücher liegt.
Arbeit…

„Gary und Brendan werden in der Schule terrorisiert. Ihre Helden sind die Amokläufer von Littleton und sie entwickeln einen Plan, es ihren Mitschülern und Lehrern ebenso heimzuzahlen. Der Tag des Abschlussballs wird zum Tag der Abrechnung.“ (Ravensburger Buchverlag)
… und Streben.

„Einmal sollen ihre beiden Söhne das Meer sehen. Das hat sie sich fest vorgenommen. Es ist ihre erste Reise und die letzte. Eine Reise ins Herz der Verzweiflung. „Der erste Roman von Véronique Olmi ist ganz einfach umwerfend … Unmöglich, die zerstörerische Schönheit ihrer Sprache zu beschreiben, die intensiven Gefühle, die er beim Lesen hervorruft.“ L’Express“ (btb)
Veröffentlicht in SUB
„Was fehlt?
Natürlich – eine Bekanntmachung.
Ein Beginn.
Ich könne mich ganz förmlich vorstellen, aber das ist gar nicht nötig. Ihr werdet mich schon bald recht gut kennen [...]“
(Markus Zusak, Die Bücherdiebin)
Ich möchte nicht allzuviele Worte über meine Person verschwenden. Wie auch die personalisierte Form des Todes werdet ihr mich sehr bald „gut“ kennen. „Gut“ nicht im Sinne des Ganzen, nicht im Sinne der persönlichen Lebensumstände, eher „gut“ im Sinne meiner Funktion, meiner Begierde, meiner Lebensfreude, nämlich in Bücherwelten einzutauchen, um dort Abenteuer und Spannung zu erleben. Jedes Buch beinhaltet eine neue Welt, die ich erobern, in die ich mich träumen möchte. Die Figuren sind in der Zeit meine ständigen Begleiter, meine Freunde; ich bestehe mit ihnen wichtige Prüfungen, decke gemeinsam mit ihnen Geheimnisse auf und erlebe das Glück der wahren Liebe. Dieses Vergnügen ist nur ein kurzweiliges, jedes Buch „lebt“ nur für eine kurze Dauer, nämlich die, in der ich den Buchdeckel öffne und dann wieder schließe.
„Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.“
(Heinrich Heine)
In diesem Sinne:
Willkommen im Selbstmordpalast.
(Adam Davies, Goodbye Lemon)
Veröffentlicht in Uncategorized